Unterschiedliche Regierungssysteme im Planspiel
Für drei Tage wurden alle Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrkräfte einem Land zugeteilt, in dem sie leben und arbeiten sollten. Zur Auswahl standen Dominatien, ein Land mit einer Willkürherrschaft, Liberatien, eine bewährte Demokratie und Inopien, ein armes Schwellenland, das mit Korruption, Umweltproblemen und sozialen Unruhen zu kämpfen hat. Die Bürgerinnen und Bürger der drei Staaten hatten auch die Möglichkeit, die Ländergrenzen zu überschreiten.
Es galt, in Berufsgruppen von der Spielleitung zugeteilte Aufgaben zu lösen. Journalisten sammelten Informationen aus verschiedenen Politikbereichen und machten auf Missstände im Staat aufmerksam. Nichtregierungsorganisationen bemühten sich um die Rechte der Bürger. Wie in einem richtigen Staat gab es auch Künstler, Sportler, Parlamentarier und natürlich Regierungschefs.
Stellenweise entwickelte das Spiel eine kaum mehr zu kontrollierende Eigendynamik und endete sehr überraschend mit einer Absetzung und unvermuteten Wiederkehr des Diktators.
Das Planspiel wurde von Schülerinnen und Schülern, die dem Arbeitskreis „Schule ohne Rassismus“ angehören, initiiert und schließlich von etwa 20 Jugendlichen eigenständig entwickelt und durchgeführt. Es ist ihnen gelungen, die Schule als Gemeinschaft erlebbar zu machen und gleichzeitig für die Demokratie zu werben.